Schnelle Teekunde für Menschen, die ausschließlich Kaffee trinken

Teatime - PIXELIO/Steffi Pelz
Teatime - PIXELIO/Steffi Pelz
Wer zum Nachmittagskaffee auch Teetrinker einlädt, selbst aber keinen Tee mag, der sollte beim Kauf und bei der Zubereitung einiges beachten

Auch wenn der Deutsche Teeverband feststellt, dass die Hälfte aller Deutschen Teetrinker sind, so gibt es immer noch die andere Hälfte. Es ist davon auszugehen, dass ein gewisser Prozentsatz von ihnen mit Tee gar nichts am Hut hat. Wer zu diesem Personenkreis gehört und anlässlich eines Nachmittagskaffees, zu dem er eingeladen hat, auch Tee servieren muss, sollte einiges berücksichtigen, damit der passionierte Teetrinker auf seine Kosten kommt. Fehlt auch noch die Zeit für einen Besuch im Teefachgeschäft, wo sachkundige Beratung zu erwarten ist, müssen sich die Gastgeber selbst helfen und einen gut sortierten Supermarkt aufsuchen. Damit sich angesichts der Sortenvielfalt nicht Ratlosigkeit einstellt und der Griff ins Regal zu keinem Fehlkauf wird, sollte man ein paar Dinge wissen.

Das Teesortiment im Supermarkt

Die Teeabteilung des Supermarktes bietet schwarzen Tee unterschiedlicher Provenienzen, grünen Tee aus China und Japan, Rauchtee, aromatisierten Tee, dies alles als losen Tee oder auch in praktische Teebeutel für die Tasse verpackt. Sind die Vorlieben der Gäste nicht bekannt, tut man gut daran, einen nicht aromatisierten Schwarztee und als Alternative einen Grüntee zu kaufen. Der Besuch kann dann die Entscheidung selbst treffen. Die Namen aromatisierter Tees klingen zwar verlockend, deren Geschmack ist aber nicht jedermanns Sache. Dasselbe gilt für Rauchtee und selbst für den berühmten Earl Grey, auch wenn immer wieder behauptet wird, die Queen bevorzuge ihn zum five o’clock tea. Auch von weißem Tee sollte man Abstand nehmen, der teuerste Tee findet nicht immer den größten Gefallen. Tabu sind auf jeden Fall Teebeutel. Inzwischen sind in diesen Beutelchen zwar relativ gute Teequalitäten verpackt, dennoch bleiben sie für einen begeisterten Teetrinker eine Notlösung und gleichen einem Stilbruch.

Was unterscheidet grünen Tee von schwarzem Tee?

Bei der Pflückung sind beide Tees noch gleich. Dann erfolgt ebenfalls für beide das Welken, das heißt Entzug von Feuchtigkeit, die dem Grüntee durch Dämpfen wieder zugesetzt wird, sodass er beim nächsten Vorgang, dem Rollen, nicht fermentiert. Der schwarze Tee hingegen erhält durch die Fermentation seine dunkle Farbe und damit das Attribut schwarz. Die letzten Schritte sind für beide das Trockenen und die Sortierung nach Blattgraden.

Welches Land ist der beste Teeproduzent?

Als Spitzenanbaugebiet gilt für Schwarztee die Region Darjeeling in Indien und für grünen Tee generell Japan. Doch letztlich ist alles eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer einen sehr kräftigen Schwarztee bevorzugt, wird einen Assam oder Ceylon vorziehen. Bei Liebhaber grünen Tees gibt es sicherlich auch Dispute, ob nun ein japanischer Sencha, Bancha, Gyokuro der beste sei, ein Grüntee aus Darjeeling oder einer aus Assam oder gar ein Mao Feng aus China. Für den Laien ist da guter Rat teuer. Wer die Dinge dann nicht unnötig kompliziert machen will, nimmt einen Darjeeling-Tee der ersten Pflückung (First Flush). Der besticht durch sein feines, zartes Aroma. Oder er entscheidet sich für einen in between, einen Tee zwischen der ersten und zweiten Ernte, der ist etwas kräftiger und meistens auch preiswerter. Bei den Grüntees macht man selten einen Fehler, wenn man einen japanische Sencha oder Bancha kauft, zumal grüner Tee japanischer Herkunft im Vergleich zu chinesischem als weniger belastet gilt. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet beim Kauf generell auf den Vermerk des biologischen Anbaus.

Die Bedeutung der Abkürzungen auf den Packungen

Unter der Herkunftsbezeichnung oder dem Namen der Plantage befinden sich oftmals Abkürzungen. Sie geben Auskunft über die Ergebnisse aus der Sortierung, also über die Blattgrade und den Grad des gebrochenen Blattes (broken). Über die Qualität sagen sie nur bedingt etwas aus. Beim ersten Teekauf ist es eher verwirrend als erhellend, sich mit Abkürzungen wie SFTGFOP (Special Finest Tippy Golden Flowery Orange-Pekoe) zu beschäftigen.

Wie wird schwarzer Tee und wie grüner zubereitet?

Für beide Teearten gilt, dass eine Kanne aus Porzellan, Ton oder Glas zu wählen ist, in der ausschließlich Tee zubereitet wird und die auch nie mit Spülmittel gereinigt wird. Vor dem Aufgießen wird die Kanne mit heißem Wasser vorgewärmt. Entweder wird der Tee direkt in eine Teekanne gegeben und nach dem Ziehen durch ein Sieb in eine zweite Servierkanne gegossen oder man bereitet ihn mittels eines Papierfilters zu. Das gute alte Tee-Ei wird nicht verwandt. In ihm kommen die Blätter nicht ausreichend mit Wasser in Berührung und können sich und ihre Aromen nicht entfalten. Man rechnet pro Tasse einen Löffel Tee und einen zusätzlich für die Kanne.

Der Schwarztee wird mit kochendem Wasser aufgebrüht, übrigens immer mit frischem Leitungswasser. Die Ziehzeit beträgt zwischen zwei und fünf Minuten, länger keinesfalls, da der Tee sonst zu viele Gerbstoffe abgibt, die ihn bitter werden lassen. Generell gilt, zieht der Tee zwei bis drei Minuten, wirkt er belebend bis anregend, zieht er fünf Minuten, hat er eine eher beruhigende Wirkung.

Bei Grüntee verhält es sich etwas anders. Das Wasser wird zum Kochen gebracht, dann lässt man es auf ca. 70 Grad abkühlen. Erst danach werden die grünen Blätter damit übergossen. Der Tee zieht kürzere Zeit, zwischen zwei bis maximal vier Minuten, je nach Anweisung auf der Packung.

Mit diesem Grundlagenwissen für den Einkauf, die Zubereitung und eventuell auch für eine Kurzkonversation über das Getränk dürften die Gastgeber einen guten Eindruck hinterlassen. Und vielleicht sind sie ja auf den Geschmack gekommen, und sei es nur, um ihre Kenntnisse über Tee zu erweitern und fit zu werden für das Tee-Quiz vom Deutschen Teeverband.

Quelle: Deutscher Teeverband e.V.

Bildnachweis: PIXELIO / Steffi Pelz

Vera Carius, Sieke-Marthe Hamann

Vera Carius - Meine Geburtsstadt ist Hannover, dort wo man angeblich das beste Deutsch spricht. Nach dem Studium der Romanistik und Geschichte in ...

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